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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz

Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Landwirtschaft

Datum: 28.09.2018

Hinweise zu Wintergerste, Winterraps (Winterfestigkeit, Phoma, Ungras, Rapserdfloh) (Schneckenbekämpfung), Widerruf des Wirkstoffs Iprodion, Anordnung des Ruhens für den Wirkstoff Flupyrsulfuron, Widerruf Picoxystrobin, aktualisierte Fachmeldungen, Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Isoproturon und Triasulfuron werden zum 30.09.2016 widerrufen, Neue Pflanzenschutz-Saatgutanwendungsverordnung, Dinkel, Neuerungen bei Mindestabständen, Neue Anwendungsbestimmungen Pendimethalin und Prosulfocarb, Gewässer, Antrag Sachkunde, Pflanzenschutzgeräte

Die LTZ hat in Zusammenarbeit mit der LUBW ein neues Merkblatt zum Gewässerrandstreifen erstellt.

Merkblatt "Gewässerrandstreifen in Baden-Württemberg"

Es empfiehlt sich, die im Merkblatt aufgeführten Nutzungen bereits im Herbst 2018 anzulegen, da im  Gewässerrandstreifen ab dem 1. Januar 2019 keine klassische Ackernutzung mehr erlaubt ist und eine Ansaat nur noch umbruchlos erfolgen darf. Umbruchlos bedeutet das Herstellen eines Saatbetts mit nichtwendender Bodenbearbeitung bis maximal Saattiefe bzw. bis maximal 10 cm Bearbeitungstiefe, um z.B. Wurzelunkräuter mit einem Gänsefußschargrubber bekämpfen zu können. Die Herstellung eines guten Saatbetts und die Ansaat der im Merkblatt aufgeführten Nutzungen sind also im Herbst 2018 erfolgversprechender als im Frühjahr 2019.

Aus betriebswirtschaftlich, organisatorischen und naturschutzfachlichen Gründen bietet es sich an, dass bezüglich der Anlage und Pflege der Gewässerrandstreifen die örtlichen Behörden inklusive der Landschaftserhaltungsverbände konsultiert werden. So könnten Gewässerrandstreifen unter deren Mitwirkung zu wertvollen Bausteinen von Biotopverbundsystemen entwickelt werden und Pflegemaßnahmen überbetrieblich bzw. von einem Dienstleister übernommen werden.

Der Gewässerrandstreifen kann, solange er noch Ackerstatus besitzt, sinnvollerweise als Ersatzgrünland genutzt werden, wenn an anderer Stelle Dauergrünland in eine Ackernutzung umgewandelt werden soll. Hierzu ist das bekannte Genehmigungsverfahren erforderlich.


Wintergerste

Unkrautbekämpfung im Herbst

Aufgrund der frühen Saat der Wintergerste läuft der Ackerfuchsschwanz zum überwiegenden Teil bereits im Herbst auf und kann von Bodenherbiziden erfasst werden. Alleinige Behandlungen im Frühjahr über das Blatt sind vom Wirkungsgrad schwächer, da der AFU zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung zu weit fortgeschritten ist, um ihn sicher bekämpfen zu können. Ein weiterer Punkt der für den Einsatz von Bodenherbiziden in Wintergerste spricht ist das Resistenzmanagement. Die in Wintergerste einsetzbaren Bodenherbizide gehören einer anderen Wirkstoffklasse an. In Wintergerste ist zur Unkrautbekämpfung mit Bodenherbiziden die frühe Nachauflaufbehandlung, wenn die Fahrgassen sichtbar sind, zu bevorzugen. Wichtig beim Einsatz der Mittel ist ein feinkrümeliges, gleichmäßiges und gut abgesetztes Saatbett. Für eine Verteilung der Herbizide im Boden muß ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sein. Um Schäden an der Kulturpflanze zu verhindern, sollte das Saatgut von Boden bedeckt sein. Keimlinge aus offen liegenden Körnern werden stark geschädigt oder sterben ab. Kommen aufgrund eines starken Druckes einige Ackerfuchsschwanzpflanzen durch, kann ab dem 3-Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes mit Axial 50 im Herbst (0,9 l/ha) oder im zeitigen Frühjahr (1,2 l/ha) nachbehandelt werden. Es besteht auch die Möglichkeit im Herbst Axial 50 (0,9 l/ha) bspw. mit Herold SC (dann aber ohne Boxer) im 3-Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes gemeinsam auszubringen. Dies wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, wenn die Fläche zum frühen Anwendungszeitpunkt nicht befahrbar wäre.

Eine Mischung von Axial 50 mit Mitteln für die die neuen Auflagen für Pendimethalin und Prosulfocarb gelten (90% Abdriftminderung bei Mitteln wie z.B. Malibu, Picona, etc. siehe unten) ist nicht sinnvoll, da beim Einsatz von Blattherbiziden eine gute Benetzung der Blattoberfläche notwendig ist. Bei kleinen Ackerfuchsschwanzpflanzen im Herbst kann das nur über eine feine Verteilung erzielt werden.

Beispiele für Mittel für den frühen Herbsteinsatz mit Hangneigungsauflage:

Herold SC 0,6 l/ha

Bei früher Anwendung gute Wirkung gegen Ehrenpreis und Storchschnabel.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 15m; 75% 10m; 90% 5m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 20 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Bei starkem Klettenlabkrautbesatz kann zu Herold SC noch Boxer mit 3,0 l/ha zugemischt werden. In diesem Fall sind allerdings zusätzlich die neuen Auflagen, siehe unten, für prosulfocarbhaltige Mittel zu beachten.


Cadou Forte Set (0,75 l/ha Bacara Forte + 0,3 l/ha Cadou)

Bei früher Anwendung gute Wirkung gegen Ehrenpreis und Storchschnabel.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 5m; 75% 5m; 90% 0m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 10 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.


Malibu 4,0 l/ha

Achtung! Neue Auflagen für pendimethalinhaltige Mittel, siehe unten.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung ( 90% 5m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 10 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat. 

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Beispiele für Mittel für den frühen Herbsteinsatz ohne Hangneigungsauflage

Picona 3,0 l/ha (ab 1- bis 3-Blatt Unkraut)

Achtung! Neue Auflagen für pendimethalinhaltige Mittel, siehe unten.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung ( 90% 5m).

Keine Hangneigungsauflage vorhanden.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Picona hat keine Wirkung auf Ackerfuchsschwanz. Zur Ackerfuchsschwanzbekämpfung muß Axial 50 ab dem 3-Blattstadium im Herbst oder im zeitigen Frühjahr separat gespritzt werden.



Blattaktives Gräsermittel für den Herbst- oder Frühjahrseinsatz ohne Hangneigungsauflage

Axial 50 (Blattherbizid, ab 3-Blattstadium Ackerfuchsschwanz)

Herbst 0,9 l/ha

Frühjahr 1,2 l/ha

Gewässerabstand 0 m. Bei Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung 5 m.

Keine Hangneigungsauflage.


Beachten sie die neuen Auflagen für pendimethalin- (Stomp-Produkte, Picona, Malibu, etc.) und prosulfocarbhaltige (Boxer, etc.) Pflanzenschutzmittel.

  • Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

 

Winterraps

Der Winterraps hat sich dieses Jahr stark unterschiedlich entwickelt. Während sich einige Bestände im Keimblattstadium befinden, sind andere  im 4 - 5 Blattstadium oder beits im 6 - 8 Blattstadium.

Ungras- / Ausfallgetreidebekämpfung

Die Ungras- / Ausfallgetreidebekämpfung mit Blattherbiziden (ab 3-Blattstadium) sollte abgeschlossen sein bevor der Winterrapsbestand seine Reihen geschlossen hat. Ansonsten überdecken die Winterrapsblätter die Blätter von Ungräsern oder dem Ausfallgetreide. Zur Bekämpfung kommen bspw. Agil-S, Fusilade Max, Galant Super in Betracht.

Agil-S mit 1,0 l/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Fusilade Max mit 1,0 l/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.


Gallant Super mit 0,5 l/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Winterfestigkeit / Phoma

Winterraps der im Wachstum weit fortgeschritten ist, sollte eingekürzt werden, damit er nicht bereits im Herbst den Vegetationskegel aus dem Boden schiebt und bei Frost abstirbt.

Hierzu können z.B. Carax, Tilmor und Toprex verwendet werden.

 

Carax mit 0,7 l/ha; bei sehr weit entwickelten Beständen 1,0 l/ha.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (ab 50% 0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Tilmor mit 1,2 l/ha.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 5m; 75% 5m; 90% 0m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 10 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Toprex mit 0,5 l/ha ist nur gegen Phoma zugelassen, hat aber starke einkürzende Wirkung.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 5m; ab 75% 0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

 NG341 Die maximale Aufwandmenge von 80 g Paclobutrazol pro Hektar und Kalenderjahr auf   derselben Fläche darf - auch in Kombination mit anderen diesen Wirkstoff enthaltenden Pflanzenschutzmitteln - nicht überschritten werden.


 
Rapserdfloh

Auch wenn bislang kein Erdflohbefall vorhanden ist, sollten die Winterrapsbestände in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Eine Bekämpfung kann vom Auflaufen bis zum 2-Blattstadium sinnvoll sein, wenn 10% der Blattfläche der Keim-/Laubblätter durch Fraß zerstört sind oder wenn bis zum 6-Blattstadium 50 Käfer innerhalb von 3 Wochen in der Gelbschale gefunden werden. Sollte der Einsatz von Insektiziden notwendig werden, ist die Bienengefährlichkeit, vor allem auch in Kombination mit Fungiziden, zu berücksichtigen. Generell ist der Einsatz in die Abendstunden zu verlegen. Zur Rapserdflohbekämpfung Mittel kommen bspw. unten aufgeführte Mittel in Betracht.

Karate Zeon mit 75 ml/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 10m; 75% 5m; 90% 5m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Bienengefährlichkeit: B4; bei Mischung mit o.g. Fungiziden B2

NT 108 (75 % Abdriftminderung in einer Breite von 20 m an z.B. Hecken, Feldgehölzen etc.)
 

Bulldock mit 300 ml/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 10m; 75% 5m; 90% 5m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Bienengefährlichkeit: generell B2 auch in Mischung mit o.g. Fungiziden


Schneckenbekämpfung

Neue Anwendungsbestimmungen beim Einkauf beachten!

Zur Bekämpfung von Schnecken stehen Molluskizide mit den Wirkstoffen Metaldehyd und Eisen-III-Phosphat zur Verfügung. Dies sind zum Beispiel Metarex TDS, Delicia Schneckenlinsen oder Schneckenkorn Spiess-Urania G2. Auf eine gleichmäßige Verteilung ist zu achten. Zur Ermittlung der Schadschwellen können feuchte Säcke, Bretter oder Schneckenfolien verwendet werden. Unter diesen suchen die Schnecken Unterschlupf um sich gegen Austrocknung zu schützen. Um die Lockwirkung für Schnecken zu verstärken kann man unter die Bretter etc. Schneckenkörner streuen. Ein Auslegen von Schneckenkörnern in Häufchen ist nicht zulässig. Befindet sich frühmorgens unter den Kontrollstellen eine Schnecke ist die Bekämpfung anzuraten.

Anwendungsbestimmung NT 115 beim Einsatz von Schneckenkörnern

„Bei der Anwendung in Freilandkulturen ist ein Mindestabstand von 5 m zum bewachsenen Feldsaum einzuhalten.

BVL: Als „bewachsener Feldsaum sind unabhängig von ihrer Breite alle an das Feld angrenzende, bewachsene Strukturen anzusehen. Ausgenommen sind angrenzende Felder, Straßen, Wege oder andere befestigte Strukturen.

Anwendungsbestimmung
NT870 beim Einsatz von Schneckenkörnern

Das Mittel ist giftig für Weinbergschnecken. Bei einem Vorkommen von Weinbergschnecken (Helix pomatia und Helix aspersa) darf das Mittel nicht angewendet werden.

Die Anwendungsbestimmung NT870 ist auch im Haus- und Kleingarten einzuhalten!

Die Anwendungsbestimmungen gelten bislang nur für metaldehydhaltige Mittel. Es sind aber noch nicht alle metaldehydhaltigen Mittel davon betroffen und teilweise gelten die Bestimmungen nur für bestimmte Anwendungen. Achten sie vor der Anwendung genau darauf, damit ihnen keine Anwendungsfehler unterlaufen. Eisen-III-phosphathaltige Mittel sind von den Anwendungsbestimmungen NT 115 und der NT 870 noch nicht betroffen.

 


Neue Anwendungsbestimmungen im Gesundheitsschutz

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln künftig bestimmte Vorschriften zum Gesundheitsschutz von Anwendern, Arbeitern und unbeteiligten Dritten (Anwohner, Umstehende und Verbraucher) als Anwendungsbestimmungen festsetzen. Es geht um Sicherheitsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Exposition des betroffenen Personenkreises zu reduzieren. Bisher hat das BVL entsprechende Kennzeichnungsauflagen erteilt. Die neue Regelung wird ab sofort für neue Zulassungsbescheide angewendet. Eine rückwirkende Anpassung bestehender Zulassungen ist nicht vorgesehen.

Inhaltlich führt die Anpassung nicht zu neuen Anforderungen an Hersteller, Handel und Anwender von Pflanzenschutzmitteln. Durch die Fassung als Anwendungsbestimmung hat sich allerdings der rechtliche Status geändert. Die Missachtung der Vorschriften stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden.



Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Iprodion zum 5. März 2018

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Iprodion zum 5. März 2018 antragsgemäß widerrufen. Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel:

  • Paroli (Zulassungsnr. 006623-00)
  • Interface (007850-00)
  • Rovral WG (006270-00)

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 5. Juni 2018 für Pflanzenschutzmittel, die sich zum Widerrufstermin bereits im freien Verkauf befinden. Die Aufbrauchfrist geht ebenfalls bis zum 5. Juni 2018. Diese Fristen ergeben sich aus der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2091 in Verbindung mit Artikel 46 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 und dem Pflanzenschutzgesetz. Am Ende der Aufbrauchfrist werden eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

In der Vergangenheit war auch Saatgut im Handel, das mit iprodionhaltigen Pflanzenschutzmitteln behandelt war. Zwar sind in Deutschland aktuell nur Mittel zur Spritzanwendung zugelassen, jedoch gibt es in anderen EU-Mitgliedstaaten Zulassungen zur Saatgutanwendung, aufgrund derer das entsprechende Saatgut auch in Deutschland bisher verkehrsfähig war und ausgesät werden durfte. Da Zulassungen iprodionhaltiger Pflanzenschutzmittel in allen Mitgliedstaaten bis zum 5. März 2018 widerrufen werden müssen, erlischt spätestens zu diesem Termin auch die Zulässigkeit für das Inverkehrbringen und das Ausbringen von Saatgut; weitergehende Aufbrauchfristen sieht das Pflanzenschutzrecht in diesem Fall nicht vor (Artikel 49 Absatz 1 der Verordnung (EG) 1107/2009 in Verbindung mit §§ 32 Absatz 1, 19 Absatz 1 PflSchG).

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat entschieden, die EU-Genehmigung für Iprodion als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zu dem Ergebnis gekommen war, dass Iprodion die Genehmigungskriterien nicht erfüllt. Mit der Durchführungsverordnung 2017/2091 hat die Europäische Kommission die Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen und die Gewährung von Abverkaufs- und Aufbrauchfristen festgesetzt.

 

Anordnung des Ruhens für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 13. Dezember für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron das Ruhen der Zulassung angeordnet. Davon betroffen sind die folgenden Pflanzenschutzmittel: - ABSOLUTE M (Zulassungsnummer 005873-00) - CIRAL (004510-00) - LEXUS (024371-00) - VERTIX (004781-00)

Die Anordnung gilt mit Wirkung vom 14. Dezember 2017. Damit dürfen die genannten Pflanzenschutzmittel ab diesem Datum nicht mehr in Verkehr gebracht und nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

Die Genehmigung von Flupyrsulfuron als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln ist von der Europäischen Kommission nicht erneuert worden, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in ihrer Bewertung zu dem Schluss gekommen ist, dass unannehmbare Auswirkungen auf das Grundwasser und schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit derzeit nicht ausgeschlossen werden können. Gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1496 mussten die Mitgliedstaaten bestehende Zulassungen flupyrsulfuronhaltiger Pflanzenschutzmittel bis zum 13. Dezember 2017 beenden. Da vor dem Europäischen Gerichtshof Rechtsmittel gegen die Nichterneuerung der Genehmigung von Flupyrsulfuron eingelegt worden sind, hat das BVL die Zulassungen nicht widerrufen, sondern zunächst das Ruhen angeordnet.

 

Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017 antragsgemäß widerrufen.  Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel: - Acanto (Zulassungsnummer 024658-00) - ACANTO Prima (005769-00) - CREDO (006542-00) - InnoProtect CREDO (006542-60)

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 30. Mai 2018 für Ware, die sich zum Widerrufstermin bereits im freien Verkauf befindet, und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. November 2018. Diese Fristen ergeben sich aus dem Pflanzenschutzgesetz und der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1455. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

Die EU-Genehmigung für Picoxystrobin als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln endet am 31. Oktober 2017 durch Zeitablauf. Mit der Durchführungsverordnung 2017/1455 hat die Europäische Kommission entschieden, die Genehmigung nicht zu erneuern, und Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen festgesetzt.

 

  
Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Isoproturon und Triasulfuron werden zum 30.09.2016 widerrufen

Nachdem die Europäische Kommission entschieden hat, die Genehmigungen für Isoproturon und Triasulfuron als Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nicht zu erneuern, wird das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit diesen Wirkstoffen zum 30. September 2016 widerrufen.

Betroffen von dem Widerruf sind die folgenden Pflanzenschutzmittel:

 

  

Zul.-Nr.

  
  

Bezeichnung

  
  

Wirkstoff(e)

  

003922-00

Protugan

Isoproturon

006332-00

Isofox

Bifenox +   Isoproturon

006332-60

InnoProtect   Isofox

Bifenox +   Isoproturon

006365-00

Solar

Bromoxynil +   Isoproturon

025001-00

Herbaflex

Beflubutamid +   Isoproturon

043333-00

Arelon Flüssig

Isoproturon

024654-00

Zoom

Dicamba +   Triasulfuron

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist für Lagerbestände bis zum 30. März 2017 und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. September 2017.


Die Zulassung des Pflanzenschutzmittels FENIKAN (Zul.-Nr. 043779-00, Isoproturon + Diflufenican) endet am 30. Juni 2016 durch Zeitablauf. Hier geht die Abverkaufsfrist bis zum 30. Dezember 2016 und die Aufbrauchfrist bis zum 30. September 2017.

Die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen ergeben sich aus dem Pflanzenschutzgesetz und den Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission zu diesen beiden Wirkstoffen.

Genehmigungen für Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels, die sich auf die genannten Pflanzenschutzmittel beziehen, enden zu denselben Terminen mit denselben Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.

Nach dem Ende der Aufbrauchfrist unterliegen die Pflanzenschutzmittel der Beseitigungspflicht; eventuelle Reste müssen dann umgehend entsorgt werden.


  

Neue Pflanzenschutz-Saatgutanwendungsverordnung

Saatgut von Wintergetreide, das mit den Wirkstoffen Imidacloprid, Thiamethoxam oder Chlotianidin behandelt wurde darf weder eingeführt noch in den Verkehr gebracht oder ausgesät werden. Ein solches Saatgut sollte an den jeweiligen Händler oder Saatguterzeuger zur ordnungsgemäßen Entsorgung zurückgegeben werden.

   

Dinkel

Die Dinkelanbaufläche beträgt in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 ha und 100.000 ha. Damit fällt Dinkel nicht mehr unter die Kleinerzeugerregelung. Ausnahmegenehmigungen nach § 22.2 sind aus diesem Grund nicht mehr möglich.

Der Widerruf bereits bestehender Ausnahmegenehmigungen ist nicht vorgesehen. Sie gelten nach jetzigem Kenntnisstand noch bis zu ihrem Ablauf. Nach Ablauf der Ausnahmegenehmigungen können nur noch die Mittel eingesetzt werden, die eine Dinkel- oder Weizenzulassung besitzen. Keine Winterweizenzulassung!!! Die Weizenzulassung beeinhaltet alle Triticum-Arten außer Triticale.

 

Neuerungen bei den Mindestabständen zu Anwohnern und Umstehenden bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Anwender von Pflanzenschutzmitteln müssen ab sofort neue Mindestabstände zu unbeteiligten Dritten (Anwohner und Umstehende) einhalten. Die Abstände betragen bei Spritz- bzw. Sprühanwendungen zwei Meter in Flächenkulturen und fünf Meter in Raumkulturen. Die genannten Mindestabstände gelten zu Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind (im Sinne von §17 des Pflanzenschutzgesetzes), zu Grundstücken mit Wohnbebauung und privat genutzten Gärten, sowie zu unbeteiligten Dritten, die z. B. benachbarte Wege nutzen. Das BVL hat die Aktualisierung der Mindestabstände durch die Bekanntmachung BVL 16/02/02 vom 27. April 2016 mitgeteilt.


   

Neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, die die Verflüchtigung und Abdrift herabsetzen sollen.

Die hinzugekommenen Anwendungsbestimmungen lauten sinngemäß:

  • Wasseraufwand von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Die neuen Anwendungsbestimmungen gelten für alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die die Wirkstoffe Pendimethalin bzw. Prosulfocarb enthalten, und für alle Anwendungsgebiete:  

 

Zul.-Nr. Bezeichnung Wirkstoff(e)
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin
005958-60 Stomp Raps Pendimethalin
006180-00 Activus Pendimethalin
006797-00 Trinity Chlortoluron + Diflufenican + Pendimethalin
006839-00 ACTIVUS SC Pendimethalin
006839-60 InnoProtect Pendi 400 SC Pendimethalin
006840-00 ADDITION Diflufenican + Pendimethalin
007363-00 Stallion SYNC Tec Clomazone + Pendimethalin
024834-00 Malibu Flufenacet + Pendimethalin
033838-00 Boxer Prosulfocarb
033838-60 Filon Prosulfocarb
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin


Gewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung

In einem Streifen von 5 m zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung gilt seit dem 1.01.2014 ein Ausbring- und Lagerungsverbot von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Bitte dies unbedingt beachten! Die Gewässerkarte ist auf der Homepage des Landratsamtes Heidenheim im Geoportal einsehbar.

https://www.landkreis-heidenheim.de/Landratsamt/Organisationseinheit/BauundUmweltschutz/WasserundBoden/WasserschutzgebieteimLandkreis/index.htm

Rubrik "Natur", Thema "Gewässer"

Bei Fragen zu Gewässern können sie sich an die Untere Wasserbehörde wenden. Ansprechpartnerin ist Fr. Ilg mit der Durchwahlnummer: 07321 / 321 - 1311 oder vertretungsweise Hr. Awiszus mit der Nummer: 07321 / 321 - 1315.

 

Antrag Sachkunde

Ab dem 1.07.2014 kann der Sachkundenachweis über die folgende Internetseite beantragt werden:

http://www.pflanzenschutz-skn.de/

 

Neue Prüftermine für Pflanzenschutzgeräte 

Die neue Pflanzenschutzgeräteverordnung ist am 6. Juli 2013 in Kraft getreten. In Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte müssen jetzt nicht mehr in Abständen von zwei, sondern ab sofort in Abständen von 3 Jahren (6 Kalenderhalbjahren) in einer amtlich anerkannten Kontrollwerkstätte geprüft werden.

Die folgenden Pflanzenschutzgeräte müssen erstmals bis Ende 2016 und dann nach jeweils sechs Kalenderhalbjahren kontrolliert werden:

  1. Nebelgeräte
  2. Schlauchspritzanlagen (z.B. Karrenspritzen, auch für die Anwendung im Gewächshaus)
  3. Streifenspritzgeräte (Unterstock, Band)
  4. Stationäre Flächenspritzgeräte für Zierpflanzen- und Gartenbaubetriebe (Gießwagen)
  5. Spritzzüge
  6. Zweiwegfahrzeuge
  7. Luftfahrzeuge

Ausgenommen von der Kontrollpflicht sind handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte:

  1. Sprühflaschen,
  2. Druckspeicherspritzen,
  3. Streichgeräte oder Spritzgeräte mit Rotationszerstäuber,
  4. handbetätigte Rückenspritzgeräte,
  5. motorbetriebene Rückenspritzgeräte oder
  6. motorbetriebene Rückensprühgeräte.

Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach

jeweils sechs Kalenderhalbjahren geprüft werden müssen:

  1. Stationäre und mobile Beizgeräte,
  2. Granulatstreugeräte,
  3. schleppergetragene oder von einer Person geschobene oder gezogene Streichgeräte oder
  4. Bodenentseuchungsgeräte.

Allgemeine Hinweise zum Pflanzenschutz

 

 

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind prinzipiell die Auflagen der Gebrauchsanleitung zu beachten.

 

 

Abstandsauflagen zu Fließgewässern

 

Unbedingt auf die Abstandsauflagen an Gewässern achten! Die NW- und NG- Auflagen können je nach Mittel sehr hoch sein. Deshalb sollte die Gebrauchsanleitung sehr genau durchgelesen werden. Als Beispiel habe ich die NW 701 aufgeführt.

 

NW701

Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 10 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

 

Bei der Auflage NW701 ist zu beachten, dass eine Hangneigung von 2 % etwa der seitlichen Neigung einer Straße entspricht. Das heißt, daß diese Auflage, wenn sie in der Gebrauchsanleitung auftaucht, bei fast allen Gewässern zum Tragen kommt.

 

Dokumentationspflicht

 

Die Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen gehört zur guten fachlichen Praxis und ist somit "Cross Compliance relevant". Sie hat schriftlich oder elektronisch zu erfolgen. Dabei sind der Name des Anwenders , die jeweilige Anwendungsfläche , das Anwendungsdatum , das verwendete Pflanzenschutzmittel , die Aufwandmenge sowie das Anwendungsgebiet aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, das auf das Jahr des Entstehens der Aufzeichnungen folgt, aufzubewahren.

Bei den Aufzeichnungen kann die Anwendungsfläche  auch als Bewirtschaftungseinheit angesehen werden. Beispielweise können identisch behandelte Weizenflächen zusammengefasst werden. Weitere Informationen  finden sie auch in dem unten aufgeführten Link.



 https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmitteln/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmittel_DL/Dokumentation%20von%20Pflanzenschutz.xls



 

 
Entsorgungspflicht

 

Pflanzenschutzmittel, die einen Wirkstoff enthalten, der aufgrund eines Rechtsaktes der EG nicht in die EG-weite Positivliste aufgenommen worden ist, müssen nach Ende der Aufbrauchfrist unverzüglich beseitigt werden. Eine gesetzliche Entsorgungspflicht besteht außerdem für Pflanzenschutzmittel, deren Anwendung gemäß der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vollständig verboten ist. Entsorgungspflichtige Pflanzenschutzmittel finden sie mit untenstehendem Link auf der Homepage des BVL unter Widerrufene und ruhende Zulassungen (E = Entsorgungspflicht) sowie unter abgelaufene Pflanzenschutzmittel (Bes.-pflicht = Beseitigunspflicht).

 

 http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html

 

 

 

 

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