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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz

Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Landwirtschaft

Datum: 15.12.2017

Hinweise zu Anordnung des Ruhens für den Wirkstoff Flupyrsulfuron, Widerruf Picoxystrobin, Maiszünsler, Wintergerste, Winterraps (Herbizide, Schneckenbekämpfung und aktualisierte Fachmeldungen), Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Isoproturon und Triasulfuron werden zum 30.09.2016 widerrufen, Neue Pflanzenschutz-Saatgutanwendungsverordnung, Dinkel, Neuerungen bei Mindestabständen, Neue Anwendungsbestimmungen Pendimethalin und Prosulfocarb, Gewässer, Antrag Sachkunde, Pflanzenschutzgeräte

Anordnung des Ruhens für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 13. Dezember für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron das Ruhen der Zulassung angeordnet. Davon betroffen sind die folgenden Pflanzenschutzmittel: - ABSOLUTE M (Zulassungsnummer 005873-00) - CIRAL (004510-00) - LEXUS (024371-00) - VERTIX (004781-00)

Die Anordnung gilt mit Wirkung vom 14. Dezember 2017. Damit dürfen die genannten Pflanzenschutzmittel ab diesem Datum nicht mehr in Verkehr gebracht und nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

Die Genehmigung von Flupyrsulfuron als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln ist von der Europäischen Kommission nicht erneuert worden, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in ihrer Bewertung zu dem Schluss gekommen ist, dass unannehmbare Auswirkungen auf das Grundwasser und schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit derzeit nicht ausgeschlossen werden können. Gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1496 mussten die Mitgliedstaaten bestehende Zulassungen flupyrsulfuronhaltiger Pflanzenschutzmittel bis zum 13. Dezember 2017 beenden. Da vor dem Europäischen Gerichtshof Rechtsmittel gegen die Nichterneuerung der Genehmigung von Flupyrsulfuron eingelegt worden sind, hat das BVL die Zulassungen nicht widerrufen, sondern zunächst das Ruhen angeordnet.

 

Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017 antragsgemäß widerrufen.  Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel: - Acanto (Zulassungsnummer 024658-00) - ACANTO Prima (005769-00) - CREDO (006542-00) - InnoProtect CREDO (006542-60)

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 30. Mai 2018 für Ware, die sich zum Widerrufstermin bereits im freien Verkauf befindet, und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. November 2018. Diese Fristen ergeben sich aus dem Pflanzenschutzgesetz und der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1455. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

 

Hintergrund

Die EU-Genehmigung für Picoxystrobin als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln endet am 31. Oktober 2017 durch Zeitablauf. Mit der Durchführungsverordnung 2017/1455 hat die Europäische Kommission entschieden, die Genehmigung nicht zu erneuern, und Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen festgesetzt.

 

Maiszünsler

Der Maiszünslerbefall ist dieses Jahr im Landkreis Heidenheim über sämtliche Höhenlagen sehr stark. Die Schädigung zeigt sich durch Bohrlöcher aus denen Bohrmehl austritt sowie abgeknickte Fahnen oder Stängel. Geschädigt werden Stängel und Kolben. Durch die Fraßtätigkeit der Raupen im Stängel kommt es zum vorzeitigen Absterben der Pflanze, was zu Mindererträgen führt. Bei Körnermais sind die Schädigungen höher als bei Silomais, der früher beerntet wird. Hinzu kommen Qualitätsmängel durch den Kot der Raupen sowie stärkerem Fusariumbefall an der Pflanze. Dies gilt es vor allem bei Starkbefall zu beachten. Denken sie auch daran, dass gerade nach so einem Starkbefallsjahr im nächsten Jahr mit Fusarium in den nachfolgenden Kulturen wie Weizen / Dinkel / Triticale zu rechnen ist. Vor allem bei pflugloser Bodenbearbeitung. Dies sollte bei der Sortenwahl Berücksichtigung finden.

Maßnahmen gegen Starkbefall

Die wichtigsten Maßnahmen im Herbst um den Befall mit dem Maiszünsler im nächsten Jahr zu reduzieren bestehen darin, dass die Maisstoppel gemulcht und anschließend gepflügt wird. Die Pflugfurche sollte nach Möglichkeit noch im Herbst erfolgen. Dort wo ein Pflügen nicht möglich ist, ist die Zerkleinerung der Stoppel umso wichtiger. Der Maiszünsler befindet sich im untersten Stängelabschnitt. Durch diese Maßnahmen wird die Larve direkt zerstört oder ihr Überwinterungslager bekommt Risse, sodass Wasser und Pilze eindringen können und die Larve indirekt vernichtet wird.

An einer Reduzierung des Maiszünslers müssen sich alle Landwirte einer Region beteiligen. Das sollte jedem bewußt sein. Versuchen sie sich abzusprechen.

  

Wintergerste

Unkrautbekämpfung im Herbst

Aufgrund der frühen Saat der Wintergerste läuft der Ackerfuchsschwanz zum überwiegenden Teil bereits im Herbst auf und kann von Bodenherbiziden erfasst werden. Alleinige Behandlungen im Frühjahr über das Blatt sind vom Wirkungsgrad schwächer, da der AFU zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung zu weit fortgeschritten ist, um ihn sicher bekämpfen zu können. Ein weiterer Punkt der für den Einsatz von Bodenherbiziden in Wintergerste spricht ist das Resistenzmanagement. Die in Wintergerste einsetzbaren Bodenherbizide gehören einer anderen Wirkstoffklasse an.

In Wintergerste ist zur Unkrautbekämpfung mit Bodenherbiziden die frühe Nachauflaufbehandlung, wenn die Fahrgassen sichtbar sind, zu bevorzugen. Wichtig beim Einsatz der Mittel ist ein feinkrümeliges, gleichmäßiges und gut abgesetztes Saatbett. Für eine Verteilung der Herbizide im Boden muß ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sein.

Um Schäden an der Kulturpflanze zu verhindern, sollte das Saatgut von Boden bedeckt sein. Keimlinge aus offen liegenden Körnern werden stark geschädigt oder sterben ab.

Kommen aufgrund eines starken Druckes einige Ackerfuchsschwanzpflanzen durch, kann ab dem 3-Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes mit Axial 50 im Herbst (0,9 l/ha) oder im zeitigen Frühjahr (1,2 l/ha) nachbehandelt werden. Es besteht auch die Möglichkeit im Herbst Axial 50 (0,9 l/ha) bspw. mit Herold SC (dann aber ohne Boxer) im 3-Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes gemeinsam auszubringen. Dies wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, wenn die Fläche zum frühen Anwendungszeitpunkt nicht befahrbar wäre.

Eine Mischung von Axial 50 mit Mitteln für die die neuen Auflagen für Pendimethalin und Prosulfocarb gelten (90% Abdriftminderung bei Mitteln wie z.B. Malibu, Picona, etc. siehe unten) ist nicht sinnvoll, da beim Einsatz von Blattherbiziden eine gute Benetzung der Blattoberfläche notwendig ist. Bei kleinen Ackerfuchsschwanzpflanzen im Herbst kann das nur über eine feine Verteilung erzielt werden.

 

Beispiele für Mittel für den frühen Herbsteinsatz mit Hangneigungsauflage:

Herold SC 0,6 l/ha

Bei früher Anwendung gute Wirkung gegen Ehrenpreis und Storchschnabel.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 15m; 75% 10m; 90% 5m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 20 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Bei starkem Klettenlabkrautbesatz kann zu Herold SC noch Boxer mit 3,0 l/ha zugemischt werden. In diesem Fall sind allerdings zusätzlich die neuen Auflagen, siehe unten, für prosulfocarbhaltige Mittel zu beachten.

 

Cadou Forte Set (0,75 l/ha Bacara Forte + 0,3 l/ha Cadou)

Bei früher Anwendung gute Wirkung gegen Ehrenpreis und Storchschnabel.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 5m; 75% 5m; 90% 0m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 10 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

  

Malibu 4,0 l/ha

Achtung! Neue Auflagen für pendimethalinhaltige Mittel, siehe unten.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung ( 90% 5m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 10 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Beispiele für Mittel für den frühen Herbsteinsatz ohne Hangneigungsauflage

 

Picona 3,0 l/ha (ab 1- bis 3-Blatt Unkraut)

Achtung! Neue Auflagen für pendimethalinhaltige Mittel, siehe unten.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung ( 90% 5m).

Keine Hangneigungsauflage vorhanden.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

Picona hat keine Wirkung auf Ackerfuchsschwanz. Zur Ackerfuchsschwanzbekämpfung muß Axial 50 ab dem 3-Blattstadium im Herbst oder im zeitigen Frühjahr separat gespritzt werden.

  

Blattaktives Gräsermittel für den Herbst- oder Frühjahrseinsatz ohne Hangneigungsauflage

Axial 50 (Blattherbizid, ab 3-Blattstadium Ackerfuchsschwanz)

Herbst 0,9 l/ha

Frühjahr 1,2 l/ha

Gewässerabstand 0 m. Bei Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung 5 m.

Keine Hangneigungsauflage.

 

Beachten sie die neuen Auflagen für pendimethalin- (Stomp-Produkte, Picona, Malibu, etc.) und prosulfocarbhaltige (Boxer, etc.) Pflanzenschutzmittel.

  • Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

   

Winterraps

Ungras- / Ausfallgetreidebekämpfung


Die Ungras- / Ausfallgetreidebekämpfung mit Blattherbiziden (ab 3-Blattstadium) sollte abgeschlossen sein bevor der Winterrapsbestand seine Reihen geschlossen hat. Ansonsten überdecken die Winterrapsblätter die Blätter von Ungräsern oder dem Ausfallgetreide. Zur Bekämpfung kommen bspw. Agil-S, Fusilade Max, Galant Super, Select 240 + Para Sommer in Betracht.

 

Agil-S mit 1,0 l/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.

 

Fusilade Max mit 1,0 l/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.



Gallant Super mit 0,5 l/ha

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (0m).

Keine Hangneigungsauflage.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.



Select 240 + Para Sommer 0,5 l/ha + 1,0 l/ha

Bei Mischung mit Fungiziden sollte der Formulierungshilfsstoff Para Sommer auf 0,5 l/ha reduziert werden. Ab Anfang Oktober keine Mischung mehr mit Triazolen (Fungizide), ab Mitte Oktober keine Anwendung mehr.

Keine Anwendung auf drainierten Flächen.

Gewässerabstand bei Abdriftminderung (50% 10m; 75% 5m; 90% 5m).

Hangneigungsauflage > 2% vorhanden: Entweder 20 m Wiese oder Mulch- oder Direktsaat.

Gewässerabstand an Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung: 5 m.



Bodenherbizid gegen resistenten Ackerfuchsschwanz

Sollten Gräser später noch auflaufen oder nicht getroffen worden sein oder bestehen beim Ackerfuchsschwanz bereits Resistenzen kann zur Nachbehandlung im Spätherbst / Winter das Bodenherbizid Kerb FLO eingesetzt werden. Gegen empfindliche Gräser reicht eine Aufwandmenge von 1,25 l/ha. Mit einer Aufwandmenge von 1,875 l/ha kann Kerb FLO auch gegen resistenten Ackerfuchsschwanz auf schweren Böden eingesetzt werden.

Der Boden sollte hierzu feucht und die Tageshöchsttemperaturen über einen längeren Zeitraum unter 10 °C sein. Da dies spät im Jahr der Fall ist, muss in aller Regel eine Vorbehandlung gegen Ausfallgetreide und Ackerfuchsschwanz mit Blattherbiziden erfolgt sein, damit sich der Winterraps optimal entfalten kann und nicht unter dem Konkurrenzdruck durch die aufgelaufenen Gräser leidet.



Schneckenbekämpfung

Zur Bekämpfung von Schnecken stehen Molluskizide mit den Wirkstoffen Metaldehyd und Eisen-III-Phosphat zur Verfügung. Dies sind zum Beispiel Metarex TDS, Delicia Schneckenlinsen oder Schneckenkorn Spiess-Urania G2. Auf eine gleichmäßige Verteilung ist zu achten. Zur Ermittlung der Schadschwellen können feuchte Säcke, Bretter oder Schneckenfolien verwendet werden. Unter diesen suchen die Schnecken Unterschlupf um sich gegen Austrocknung zu schützen. Um die Lockwirkung für Schnecken zu verstärken kann man unter die Bretter etc. Schneckenkörner streuen. Ein Auslegen von Schneckenkörnern in Häufchen ist nicht zulässig. Befindet sich frühmorgens unter den Kontrollstellen eine Schnecke ist die Bekämpfung anzuraten.



Empfehlungen für die Aussaat von Winterrapssaatgut, das mit Cyantraniliprole behandelt ist (aktualisierte Fachmeldung)

Am 12. Juli 2017 informierte das BVL in einer Fachmeldung über Importe von Winterrapssaatgut, das mit Cyantraniliprole behandelt wurde. Inzwischen liegen weitere Informationen vor, so dass sich die Empfehlungen nun ergänzen und präzisieren lassen.

In Polen ist seit Ende April 2017 das Pflanzenschutzmittel Lumiposa 625 FS mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole für die Saatgutbehandlung von Winterraps zugelassen. Nach EU-Recht und deutschem Recht darf entsprechend behandeltes Saatgut nach Deutschland importiert und hier ausgesät werden.

Beim Inverkehrbringen in Deutschland ist zu beachten, dass nach dem Saatgutrecht die Saatgutbehandlung und etwaige weitere Angaben z. B. zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt auf den Begleitpapieren und dem Etikett anzugeben sind, und zwar in deutscher Sprache. Das mit Cyantraniliprole behandelte Saatgut ist also für Landwirte identifizierbar und die für eine sichere Aussaat zu beachtenden Begleitumstände ersichtlich.

Die polnische Zulassungsbehörde hat bei der Zulassung vorgeschrieben, dass die Behandlung von Saatgut mit dem Mittel Lumiposa 625 FS nur in professionellen (industriellen), für diesen Zweck richtig kalibrierten Saatgutbehandlungsanlagen durchgeführt werden darf, und nur mit der besten verfügbaren Technik, die die Entstehung und Emission von Staub während Beizung, Lagerung und Transport minimiert. Es ist also davon auszugehen, dass die Abriebfestigkeit des Saatguts dem aktuellen technischen Stand entspricht.

Ferner sollten gemäß der polnischen Zulassung in den Saatgutverpackungen enthaltene Stäube nicht in die Sägeräte gegeben werden, und für die Aussaat sollten nur Sägeräte verwendet werden, die die Einbringung von Saatgut und Stäube in den Boden gewährleisten und die Stäube nicht in die Luft emittieren. Diese Sicherheitshinweise sind auch in Deutschland bei der Aussaat zu beachten. Die genannten Anforderungen an Sägeräte werden grundsätzlich von den in die Liste des JKI eingetragenen abdriftmindernden Sägeräten sowie von mechanischen oder mit Druckluft arbeitenden Sägeräten erfüllt.

Das BVL empfiehlt überdies, die Aussaat nicht bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s vorzunehmen.

Des Weiteren sollten Betriebsleiter vorsorglich die zur Aussaat vorgesehenen Flächen mindestens 48 Stunden vor der Aussaat Imkern bekannt geben, deren Bienenstände sich im Umkreis von 60 m um die Aussaatflächen befinden.

 


 
Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Isoproturon und Triasulfuron werden zum 30.09.2016 widerrufen

Nachdem die Europäische Kommission entschieden hat, die Genehmigungen für Isoproturon und Triasulfuron als Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nicht zu erneuern, wird das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit diesen Wirkstoffen zum 30. September 2016 widerrufen.


Betroffen von dem Widerruf sind die folgenden Pflanzenschutzmittel:

  

  

Zul.-Nr.

  
  

Bezeichnung

  
  

Wirkstoff(e)

  

003922-00

Protugan

Isoproturon

006332-00

Isofox

Bifenox +   Isoproturon

006332-60

InnoProtect   Isofox

Bifenox +   Isoproturon

006365-00

Solar

Bromoxynil +   Isoproturon

025001-00

Herbaflex

Beflubutamid +   Isoproturon

043333-00

Arelon Flüssig

Isoproturon

024654-00

Zoom

Dicamba +   Triasulfuron


Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist für Lagerbestände bis zum 30. März 2017 und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. September 2017.


Die Zulassung des Pflanzenschutzmittels FENIKAN (Zul.-Nr. 043779-00, Isoproturon + Diflufenican) endet am 30. Juni 2016 durch Zeitablauf. Hier geht die Abverkaufsfrist bis zum 30. Dezember 2016 und die Aufbrauchfrist bis zum 30. September 2017.


Die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen ergeben sich aus dem Pflanzenschutzgesetz und den Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission zu diesen beiden Wirkstoffen.


Genehmigungen für Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels, die sich auf die genannten Pflanzenschutzmittel beziehen, enden zu denselben Terminen mit denselben Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.


Nach dem Ende der Aufbrauchfrist unterliegen die Pflanzenschutzmittel der Beseitigungspflicht; eventuelle Reste müssen dann umgehend entsorgt werden.


  

Neue Pflanzenschutz-Saatgutanwendungsverordnung

Saatgut von Wintergetreide, das mit den Wirkstoffen Imidacloprid, Thiamethoxam oder Chlotianidin behandelt wurde darf weder eingeführt noch in den Verkehr gebracht oder ausgesät werden. Ein solches Saatgut sollte an den jeweiligen Händler oder Saatguterzeuger zur ordnungsgemäßen Entsorgung zurückgegeben werden.

   

Dinkel

Die Dinkelanbaufläche beträgt in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 ha und 100.000 ha. Damit fällt Dinkel nicht mehr unter die Kleinerzeugerregelung. Ausnahmegenehmigungen nach § 22.2 sind aus diesem Grund nicht mehr möglich.

Der Widerruf bereits bestehender Ausnahmegenehmigungen ist nicht vorgesehen. Sie gelten nach jetzigem Kenntnisstand noch bis zu ihrem Ablauf. Nach Ablauf der Ausnahmegenehmigungen können nur noch die Mittel eingesetzt werden, die eine Dinkel- oder Weizenzulassung besitzen. Keine Winterweizenzulassung!!! Die Weizenzulassung beeinhaltet alle Triticum-Arten außer Triticale.

 

Neuerungen bei den Mindestabständen zu Anwohnern und Umstehenden bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Anwender von Pflanzenschutzmitteln müssen ab sofort neue Mindestabstände zu unbeteiligten Dritten (Anwohner und Umstehende) einhalten. Die Abstände betragen bei Spritz- bzw. Sprühanwendungen zwei Meter in Flächenkulturen und fünf Meter in Raumkulturen. Die genannten Mindestabstände gelten zu Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind (im Sinne von §17 des Pflanzenschutzgesetzes), zu Grundstücken mit Wohnbebauung und privat genutzten Gärten, sowie zu unbeteiligten Dritten, die z. B. benachbarte Wege nutzen. Das BVL hat die Aktualisierung der Mindestabstände durch die Bekanntmachung BVL 16/02/02 vom 27. April 2016 mitgeteilt.


   

Neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, die die Verflüchtigung und Abdrift herabsetzen sollen.

Die hinzugekommenen Anwendungsbestimmungen lauten sinngemäß:

  • Wasseraufwand von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Die neuen Anwendungsbestimmungen gelten für alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die die Wirkstoffe Pendimethalin bzw. Prosulfocarb enthalten, und für alle Anwendungsgebiete:  

 

Zul.-Nr. Bezeichnung Wirkstoff(e)
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin
005958-60 Stomp Raps Pendimethalin
006180-00 Activus Pendimethalin
006797-00 Trinity Chlortoluron + Diflufenican + Pendimethalin
006839-00 ACTIVUS SC Pendimethalin
006839-60 InnoProtect Pendi 400 SC Pendimethalin
006840-00 ADDITION Diflufenican + Pendimethalin
007363-00 Stallion SYNC Tec Clomazone + Pendimethalin
024834-00 Malibu Flufenacet + Pendimethalin
033838-00 Boxer Prosulfocarb
033838-60 Filon Prosulfocarb
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin


Zulassung des Pflanzenschutzmittels Fastac ME zur Anwendung gegen Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke widerrufen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat am 4. März 2016 die Zulassung des Pflanzenschutzmittels Fastac ME (Zulassungsnummer 007473-00) zur Anwendung gegen Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke in Raps und Senf-Arten widerrufen. Alle anderen Anwendungen dieses Mittels sind davon nicht betroffen und bleiben gültig.

Da es sich um einen Widerruf von Amts wegen handelt, besteht hinsichtlich der Anwendung gegen Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke in Raps und Senf-Arten keine Aufbrauchfrist. Das Mittel ist für diesen Zweck also ab sofort nicht mehr anwendbar.

Zum Hintergrund: Eine sinnvolle Bekämpfung von Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke würde in einen Zeitraum fallen, in dem blühende Pflanzen in den Raps- und Senfbeständen vorkommen. Das Pflanzenschutzmittel Fastac ME ist jedoch als bienengefährlich (B1) eingestuft und darf demzufolge nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden. Das bedeutet, dass Fastac ME in den genannten Anwendungsgebieten praktisch nicht einsetzbar ist.


Gewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung

In einem Streifen von 5 m zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung gilt seit dem 1.01.2014 ein Ausbring- und Lagerungsverbot von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Bitte dies unbedingt beachten! Die Gewässerkarte ist auf der Homepage des Landratsamtes Heidenheim im Geoportal einsehbar.

https://www.landkreis-heidenheim.de/Landratsamt/Organisationseinheit/BauundUmweltschutz/WasserundBoden/WasserschutzgebieteimLandkreis/index.htm

Rubrik "Natur", Thema "Gewässer"

Bei Fragen zu Gewässern können sie sich an die Untere Wasserbehörde wenden. Ansprechpartnerin ist Fr. Ilg mit der Durchwahlnummer: 07321 / 321 - 1311 oder vertretungsweise Hr. Awiszus mit der Nummer: 07321 / 321 - 1315.

 

Antrag Sachkunde

Ab dem 1.07.2014 kann der Sachkundenachweis über die folgende Internetseite beantragt werden:

http://www.pflanzenschutz-skn.de/

 

Neue Prüftermine für Pflanzenschutzgeräte 

Die neue Pflanzenschutzgeräteverordnung ist am 6. Juli 2013 in Kraft getreten. In Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte müssen jetzt nicht mehr in Abständen von zwei, sondern ab sofort in Abständen von 3 Jahren (6 Kalenderhalbjahren) in einer amtlich anerkannten Kontrollwerkstätte geprüft werden.

Aufgrund einer Übergangsvorschrift verlängern sich für Pflanzenschutzgeräte, die vor dem 6.Juli 2013 geprüft worden sind, die Prüfintervalle um ein Jahr. Diese Pflanzenschutzgeräte müssen somit spätestens an den folgenden Terminen wieder zur Prüfung:

Prüfung im

Farbe der Plakette

Bisher: Nächste Prüfung bis Ablauf

Neu: Nächste Prüfung bis Ablauf

1. Halbjahr 2011

orange

1. Halbjahr 2013

1. Halbjahr 2014 - 30.06.2014

2. Halbjahr 2011

2. Halbjahr 2013

2. Halbjahr 2014 - 31.12.2014

1. Halbjahr 2012

blau

1. Halbjahr 2014

1. Halbjahr 2015 - 30.06.2015

2. Halbjahr 2012

2. Halbjahr 2014

2. Halbjahr 2015 - 31.12.2015

1. Halbjahr 2013

gelb

1. Halbjahr 2015

1. Halbjahr 2016 - 30.06.2016

2. Halbjahr 2013

gelb/braun

2. Halbjahr 2015/2016

2. Halbjahr 2016 - 31.12.2016

Die folgenden Pflanzenschutzgeräte müssen erstmals bis Ende 2016 und dann nach jeweils sechs Kalenderhalbjahren kontrolliert werden:

  1. Nebelgeräte
  2. Schlauchspritzanlagen (z.B. Karrenspritzen, auch für die Anwendung im Gewächshaus)
  3. Streifenspritzgeräte (Unterstock, Band)
  4. Stationäre Flächenspritzgeräte für Zierpflanzen- und Gartenbaubetriebe (Gießwagen)
  5. Spritzzüge
  6. Zweiwegfahrzeuge
  7. Luftfahrzeuge

Ausgenommen von der Kontrollpflicht sind handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte:

  1. Sprühflaschen,
  2. Druckspeicherspritzen,
  3. Streichgeräte oder Spritzgeräte mit Rotationszerstäuber,
  4. handbetätigte Rückenspritzgeräte,
  5. motorbetriebene Rückenspritzgeräte oder
  6. motorbetriebene Rückensprühgeräte.

Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach

jeweils sechs Kalenderhalbjahren geprüft werden müssen:

  1. Stationäre und mobile Beizgeräte,
  2. Granulatstreugeräte,
  3. schleppergetragene oder von einer Person geschobene oder gezogene Streichgeräte oder
  4. Bodenentseuchungsgeräte.

Allgemeine Hinweise zum Pflanzenschutz

 

 

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind prinzipiell die Auflagen der Gebrauchsanleitung zu beachten.

 

 

Abstandsauflagen zu Fließgewässern

 

Unbedingt auf die Abstandsauflagen an Gewässern achten! Die NW- und NG- Auflagen können je nach Mittel sehr hoch sein. Deshalb sollte die Gebrauchsanleitung sehr genau durchgelesen werden. Als Beispiel habe ich die NW 701 aufgeführt.

 

NW701

Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 10 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

 

Bei der Auflage NW701 ist zu beachten, dass eine Hangneigung von 2 % etwa der seitlichen Neigung einer Straße entspricht. Das heißt, daß diese Auflage, wenn sie in der Gebrauchsanleitung auftaucht, bei fast allen Gewässern zum Tragen kommt.

 

Dokumentationspflicht

 

Die Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen gehört zur guten fachlichen Praxis und ist somit "Cross Compliance relevant". Sie hat schriftlich oder elektronisch zu erfolgen. Dabei sind der Name des Anwenders , die jeweilige Anwendungsfläche , das Anwendungsdatum , das verwendete Pflanzenschutzmittel , die Aufwandmenge sowie das Anwendungsgebiet aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, das auf das Jahr des Entstehens der Aufzeichnungen folgt, aufzubewahren.

Bei den Aufzeichnungen kann die Anwendungsfläche  auch als Bewirtschaftungseinheit angesehen werden. Beispielweise können identisch behandelte Weizenflächen zusammengefasst werden. Weitere Informationen  finden sie auch in dem unten aufgeführten Link.



 https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmitteln/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmittel_DL/Dokumentation%20von%20Pflanzenschutz.xls



 

 
Entsorgungspflicht

 

Pflanzenschutzmittel, die einen Wirkstoff enthalten, der aufgrund eines Rechtsaktes der EG nicht in die EG-weite Positivliste aufgenommen worden ist, müssen nach Ende der Aufbrauchfrist unverzüglich beseitigt werden. Eine gesetzliche Entsorgungspflicht besteht außerdem für Pflanzenschutzmittel, deren Anwendung gemäß der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vollständig verboten ist. Entsorgungspflichtige Pflanzenschutzmittel finden sie mit untenstehendem Link auf der Homepage des BVL unter Widerrufene und ruhende Zulassungen (E = Entsorgungspflicht) sowie unter abgelaufene Pflanzenschutzmittel (Bes.-pflicht = Beseitigunspflicht).

 

 http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html

 

 

 

 

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