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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz

Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Landwirtschaft

Datum: 21.06.2018

Hinweise zu Maiszünsler, Fungizide Sommergerste und Hafer, Anwendung von Mospilan SG, Schneckenbekämpfung, Widerruf des Wirkstoffs Iprodion, Anordnung des Ruhens für den Wirkstoff Flupyrsulfuron, Widerruf Picoxystrobin, aktualisierte Fachmeldungen, Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Isoproturon und Triasulfuron werden zum 30.09.2016 widerrufen, Neue Pflanzenschutz-Saatgutanwendungsverordnung, Dinkel, Neuerungen bei Mindestabständen, Neue Anwendungsbestimmungen Pendimethalin und Prosulfocarb, Gewässer, Antrag Sachkunde, Pflanzenschutzgeräte

Maiszünsler


Wer keine Trichogramma-Schlupfwespen einsetzt, sollte unbedingt seine Maisbestände auf Maiszünslergelege kontrollieren. Die Gelege befinden sich auf der Blattunterseite in der Nähe der Blattmittelrippe. Die Schadschwelle für den Maiszünsler liegt bei ca. 5 Gelegen / 100 Pflanzen in Körnermais und bei ca. 10 Gelegen / 100 Pflanzen in Silomais.

In Frickingen (mittlere Höhenlage) wurden am 21.06.2018 mehr als 9 Eigelege / 51 Pflanzen gefunden. Die Anzahl der Gelege liegt deutlich über der Schadschwelle. Eine Spritzung sollte auf Ende KW 25 in Betracht gezogen werden.

In Gerstetten / Gussenstadt hat der Flug nachgelassen. Es wurden nur noch 3 Falter am 21.06.2018 in den Schlupfnetzen vorgefunden. Die Eiablage ist in vollem Gange und mit 12 Gelegen / 82 Pflanzen sehr hoch. Eine Behandlung kann am Anfang der KW 26 erforderlich sein.

Eigene Beobachtungen haben immer Vorrang und sind für eine Prognose unumgänglich.

Für eine Spritzung stehen als mögliche Mittel 125 ml/ha Coragen oder 125 g/ha Steward zur Verfügung. Die Wasseraufwandmenge sollte bei 300 l/ha liegen. Die Auflagen sind zu beachten.

  

Abschlußbehandlung in Sommergerste

In Sommergerste ist eine Doppelbehandlung in aller Regel nicht wirtschaftlicher gegenüber einer Einfachbehandlung. Gegen Ramularia und Rhynchosporium wird bald die Abschlußbehandlung fällig. Bei frühem und starkem Krankheitsdruck sollte ein früher Termin (ES 37-39) gewählt werden. Bei spätem, schwachem Druck der spätere Termin zum Grannenspitzen.

Mögliche Mittel oder Mischungen sind bspw.:

ab Stadium 37 - 49 (ab Fahnenblatt erscheint - Grannenspitzen)

Adexar 1,6

oder

ab Stadium 39 -49 (ab Fahnenblatt voll entwickelt - Grannenspitzen)

Adexar 1,2 + Credo 1,2         

Seguris 1,0 + Amistar Opti 1,5

An Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung mit einer Hangneigung von über 2% kann zur Krankheitsbekämpfung in Sommergerste z.B. ElatusEra mit 1,0 l/ha im Stadium 37-49 angewendet werden. Das Mittel hat keine Hangneigungsauflage. Der Abstand von 5 m zum Gewässer ist mit Pflanzenschutzmitteln generell einzuhalten.

Hafer

Gegen Haferkronenrost können ab dem 2-Blattstadium bis zum Rispenschieben Mittel wie bspw. Juwel Top 1,0 l/ha oder Amistar 1,0 l/ha eingesetzt werden. Amistar hat keine Hangneigungsauflage. Der Abstand von 5 m zum Gewässer ist mit Pflanzenschutzmitteln generell einzuhalten.

Keine Anwendung des Pflanzenschutzmittels Mospilan SG mit Netzmitteln

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat für das Pflanzenschutzmittel Mospilan SG (Zulassungsnummer 005655-00) die Anwendung zusammen mit Netzmitteln untersagt, damit der Rückstandshöchstgehalt des Wirkstoffs Acetamiprid in Honig eingehalten werden kann.

Hintergrund

Nach der Anwendung von Mospilan SG in Kombination mit Netzmitteln sind in mehreren Bundesländern Überschreitungen des Rückstandshöchstgehalts von Acetamiprid in Honig aufgetreten.

Um sicherzustellen, dass bei der Anwendung in Massentrachten wie Raps und im Obstbau während der Blüte der Rückstandshöchstgehalt von 0,05 mg Acetamiprid pro kg Honig eingehalten werden kann, hat das BVL für Mospilan SG die folgende Auflage vergeben:

„VV553 - Keine Anwendung in Kombination mit Netzmitteln.“

Die Auflage gilt ab sofort für alle Anwendungen von Mospilan SG. Andere Pflanzenschutzmittel mit Acetamiprid sind derzeit nicht betroffen.

 

Schneckenbekämpfung

Zur Bekämpfung von Schnecken stehen Molluskizide mit den Wirkstoffen Metaldehyd und Eisen-III-Phosphat zur Verfügung. Dies sind zum Beispiel Metarex TDS, Delicia Schneckenlinsen oder Schneckenkorn Spiess-Urania G2. Auf eine gleichmäßige Verteilung ist zu achten. Zur Ermittlung der Schadschwellen können feuchte Säcke, Bretter oder Schneckenfolien verwendet werden. Unter diesen suchen die Schnecken Unterschlupf um sich gegen Austrocknung zu schützen. Um die Lockwirkung für Schnecken zu verstärken kann man unter die Bretter etc. Schneckenkörner streuen. Ein Auslegen von Schneckenkörnern in Häufchen ist nicht zulässig. Befindet sich frühmorgens unter den Kontrollstellen eine Schnecke ist die Bekämpfung anzuraten.

Anwendungsbestimmung NT 115 beim Einsatz von Schneckenkörnern

„Bei der Anwendung in Freilandkulturen ist ein Mindestabstand von 5 m zum bewachsenen Feldsaum einzuhalten.

BVL: Als „bewachsener Feldsaum sind unabhängig von ihrer Breite alle an das Feld angrenzende, bewachsene Strukturen anzusehen. Ausgenommen sind angrenzende Felder, Straßen, Wege oder andere befestigte Strukturen.

Anwendungsbestimmung NT870 beim Einsatz von Schneckenkörnern

Das Mittel ist giftig für Weinbergschnecken. Bei einem Vorkommen von Weinbergschnecken (Helix pomatia und Helix aspersa) darf das Mittel nicht angewendet werden.

Die Anwendungsbestimmung NT870 ist auch im Haus- und Kleingarten einzuhalten!

Die Anwendungsbestimmungen gelten bislang nur für metaldehydhaltige Mittel. Es sind aber noch nicht alle metaldehydhaltigen Mittel davon betroffen und teilweise gelten die Bestimmungen nur für bestimmte Anwendungen. Achten sie vor der Anwendung genau darauf, damit ihnen keine Anwendungsfehler unterlaufen. Eisen-III-phosphathaltige Mittel sind von den Anwendungsbestimmungen NT 115 und der NT 870 noch nicht betroffen.


Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Iprodion zum 5. März 2018

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Iprodion zum 5. März 2018 antragsgemäß widerrufen. Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel:

  • Paroli (Zulassungsnr. 006623-00)
  • Interface (007850-00)
  • Rovral WG (006270-00)

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 5. Juni 2018 für Pflanzenschutzmittel, die sich zum Widerrufstermin bereits im freien Verkauf befinden. Die Aufbrauchfrist geht ebenfalls bis zum 5. Juni 2018. Diese Fristen ergeben sich aus der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2091 in Verbindung mit Artikel 46 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 und dem Pflanzenschutzgesetz. Am Ende der Aufbrauchfrist werden eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

In der Vergangenheit war auch Saatgut im Handel, das mit iprodionhaltigen Pflanzenschutzmitteln behandelt war. Zwar sind in Deutschland aktuell nur Mittel zur Spritzanwendung zugelassen, jedoch gibt es in anderen EU-Mitgliedstaaten Zulassungen zur Saatgutanwendung, aufgrund derer das entsprechende Saatgut auch in Deutschland bisher verkehrsfähig war und ausgesät werden durfte. Da Zulassungen iprodionhaltiger Pflanzenschutzmittel in allen Mitgliedstaaten bis zum 5. März 2018 widerrufen werden müssen, erlischt spätestens zu diesem Termin auch die Zulässigkeit für das Inverkehrbringen und das Ausbringen von Saatgut; weitergehende Aufbrauchfristen sieht das Pflanzenschutzrecht in diesem Fall nicht vor (Artikel 49 Absatz 1 der Verordnung (EG) 1107/2009 in Verbindung mit §§ 32 Absatz 1, 19 Absatz 1 PflSchG).

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat entschieden, die EU-Genehmigung für Iprodion als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zu dem Ergebnis gekommen war, dass Iprodion die Genehmigungskriterien nicht erfüllt. Mit der Durchführungsverordnung 2017/2091 hat die Europäische Kommission die Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen und die Gewährung von Abverkaufs- und Aufbrauchfristen festgesetzt.

 

Anordnung des Ruhens für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 13. Dezember für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron das Ruhen der Zulassung angeordnet. Davon betroffen sind die folgenden Pflanzenschutzmittel: - ABSOLUTE M (Zulassungsnummer 005873-00) - CIRAL (004510-00) - LEXUS (024371-00) - VERTIX (004781-00)

Die Anordnung gilt mit Wirkung vom 14. Dezember 2017. Damit dürfen die genannten Pflanzenschutzmittel ab diesem Datum nicht mehr in Verkehr gebracht und nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

Die Genehmigung von Flupyrsulfuron als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln ist von der Europäischen Kommission nicht erneuert worden, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in ihrer Bewertung zu dem Schluss gekommen ist, dass unannehmbare Auswirkungen auf das Grundwasser und schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit derzeit nicht ausgeschlossen werden können. Gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1496 mussten die Mitgliedstaaten bestehende Zulassungen flupyrsulfuronhaltiger Pflanzenschutzmittel bis zum 13. Dezember 2017 beenden. Da vor dem Europäischen Gerichtshof Rechtsmittel gegen die Nichterneuerung der Genehmigung von Flupyrsulfuron eingelegt worden sind, hat das BVL die Zulassungen nicht widerrufen, sondern zunächst das Ruhen angeordnet.

 

Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017 antragsgemäß widerrufen.  Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel: - Acanto (Zulassungsnummer 024658-00) - ACANTO Prima (005769-00) - CREDO (006542-00) - InnoProtect CREDO (006542-60)

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 30. Mai 2018 für Ware, die sich zum Widerrufstermin bereits im freien Verkauf befindet, und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. November 2018. Diese Fristen ergeben sich aus dem Pflanzenschutzgesetz und der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1455. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Hintergrund

Die EU-Genehmigung für Picoxystrobin als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln endet am 31. Oktober 2017 durch Zeitablauf. Mit der Durchführungsverordnung 2017/1455 hat die Europäische Kommission entschieden, die Genehmigung nicht zu erneuern, und Fristen für die Beendigung bestehender Zulassungen festgesetzt.

 

  
Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Isoproturon und Triasulfuron werden zum 30.09.2016 widerrufen

Nachdem die Europäische Kommission entschieden hat, die Genehmigungen für Isoproturon und Triasulfuron als Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nicht zu erneuern, wird das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit diesen Wirkstoffen zum 30. September 2016 widerrufen.

Betroffen von dem Widerruf sind die folgenden Pflanzenschutzmittel:

 

  

Zul.-Nr.

  
  

Bezeichnung

  
  

Wirkstoff(e)

  

003922-00

Protugan

Isoproturon

006332-00

Isofox

Bifenox +   Isoproturon

006332-60

InnoProtect   Isofox

Bifenox +   Isoproturon

006365-00

Solar

Bromoxynil +   Isoproturon

025001-00

Herbaflex

Beflubutamid +   Isoproturon

043333-00

Arelon Flüssig

Isoproturon

024654-00

Zoom

Dicamba +   Triasulfuron

Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist für Lagerbestände bis zum 30. März 2017 und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. September 2017.



Die Zulassung des Pflanzenschutzmittels FENIKAN (Zul.-Nr. 043779-00, Isoproturon + Diflufenican) endet am 30. Juni 2016 durch Zeitablauf. Hier geht die Abverkaufsfrist bis zum 30. Dezember 2016 und die Aufbrauchfrist bis zum 30. September 2017.

Die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen ergeben sich aus dem Pflanzenschutzgesetz und den Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission zu diesen beiden Wirkstoffen.

Genehmigungen für Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels, die sich auf die genannten Pflanzenschutzmittel beziehen, enden zu denselben Terminen mit denselben Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.

Nach dem Ende der Aufbrauchfrist unterliegen die Pflanzenschutzmittel der Beseitigungspflicht; eventuelle Reste müssen dann umgehend entsorgt werden.


  

Neue Pflanzenschutz-Saatgutanwendungsverordnung

Saatgut von Wintergetreide, das mit den Wirkstoffen Imidacloprid, Thiamethoxam oder Chlotianidin behandelt wurde darf weder eingeführt noch in den Verkehr gebracht oder ausgesät werden. Ein solches Saatgut sollte an den jeweiligen Händler oder Saatguterzeuger zur ordnungsgemäßen Entsorgung zurückgegeben werden.

   

Dinkel

Die Dinkelanbaufläche beträgt in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 ha und 100.000 ha. Damit fällt Dinkel nicht mehr unter die Kleinerzeugerregelung. Ausnahmegenehmigungen nach § 22.2 sind aus diesem Grund nicht mehr möglich.

Der Widerruf bereits bestehender Ausnahmegenehmigungen ist nicht vorgesehen. Sie gelten nach jetzigem Kenntnisstand noch bis zu ihrem Ablauf. Nach Ablauf der Ausnahmegenehmigungen können nur noch die Mittel eingesetzt werden, die eine Dinkel- oder Weizenzulassung besitzen. Keine Winterweizenzulassung!!! Die Weizenzulassung beeinhaltet alle Triticum-Arten außer Triticale.

 

Neuerungen bei den Mindestabständen zu Anwohnern und Umstehenden bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Anwender von Pflanzenschutzmitteln müssen ab sofort neue Mindestabstände zu unbeteiligten Dritten (Anwohner und Umstehende) einhalten. Die Abstände betragen bei Spritz- bzw. Sprühanwendungen zwei Meter in Flächenkulturen und fünf Meter in Raumkulturen. Die genannten Mindestabstände gelten zu Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind (im Sinne von §17 des Pflanzenschutzgesetzes), zu Grundstücken mit Wohnbebauung und privat genutzten Gärten, sowie zu unbeteiligten Dritten, die z. B. benachbarte Wege nutzen. Das BVL hat die Aktualisierung der Mindestabstände durch die Bekanntmachung BVL 16/02/02 vom 27. April 2016 mitgeteilt.


   

Neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, die die Verflüchtigung und Abdrift herabsetzen sollen.

Die hinzugekommenen Anwendungsbestimmungen lauten sinngemäß:

  • Wasseraufwand von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten.
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Die neuen Anwendungsbestimmungen gelten für alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die die Wirkstoffe Pendimethalin bzw. Prosulfocarb enthalten, und für alle Anwendungsgebiete:  

 

Zul.-Nr. Bezeichnung Wirkstoff(e)
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin
005958-60 Stomp Raps Pendimethalin
006180-00 Activus Pendimethalin
006797-00 Trinity Chlortoluron + Diflufenican + Pendimethalin
006839-00 ACTIVUS SC Pendimethalin
006839-60 InnoProtect Pendi 400 SC Pendimethalin
006840-00 ADDITION Diflufenican + Pendimethalin
007363-00 Stallion SYNC Tec Clomazone + Pendimethalin
024834-00 Malibu Flufenacet + Pendimethalin
033838-00 Boxer Prosulfocarb
033838-60 Filon Prosulfocarb
005017-00 Picona Pendimethalin + Picolinafen
005958-00 Stomp Aqua Pendimethalin


Gewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung

In einem Streifen von 5 m zu Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung gilt seit dem 1.01.2014 ein Ausbring- und Lagerungsverbot von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Bitte dies unbedingt beachten! Die Gewässerkarte ist auf der Homepage des Landratsamtes Heidenheim im Geoportal einsehbar.

https://www.landkreis-heidenheim.de/Landratsamt/Organisationseinheit/BauundUmweltschutz/WasserundBoden/WasserschutzgebieteimLandkreis/index.htm

Rubrik "Natur", Thema "Gewässer"

Bei Fragen zu Gewässern können sie sich an die Untere Wasserbehörde wenden. Ansprechpartnerin ist Fr. Ilg mit der Durchwahlnummer: 07321 / 321 - 1311 oder vertretungsweise Hr. Awiszus mit der Nummer: 07321 / 321 - 1315.

 

Antrag Sachkunde

Ab dem 1.07.2014 kann der Sachkundenachweis über die folgende Internetseite beantragt werden:

http://www.pflanzenschutz-skn.de/

 

Neue Prüftermine für Pflanzenschutzgeräte 

Die neue Pflanzenschutzgeräteverordnung ist am 6. Juli 2013 in Kraft getreten. In Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte müssen jetzt nicht mehr in Abständen von zwei, sondern ab sofort in Abständen von 3 Jahren (6 Kalenderhalbjahren) in einer amtlich anerkannten Kontrollwerkstätte geprüft werden.

Die folgenden Pflanzenschutzgeräte müssen erstmals bis Ende 2016 und dann nach jeweils sechs Kalenderhalbjahren kontrolliert werden:

  1. Nebelgeräte
  2. Schlauchspritzanlagen (z.B. Karrenspritzen, auch für die Anwendung im Gewächshaus)
  3. Streifenspritzgeräte (Unterstock, Band)
  4. Stationäre Flächenspritzgeräte für Zierpflanzen- und Gartenbaubetriebe (Gießwagen)
  5. Spritzzüge
  6. Zweiwegfahrzeuge
  7. Luftfahrzeuge

Ausgenommen von der Kontrollpflicht sind handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte:

  1. Sprühflaschen,
  2. Druckspeicherspritzen,
  3. Streichgeräte oder Spritzgeräte mit Rotationszerstäuber,
  4. handbetätigte Rückenspritzgeräte,
  5. motorbetriebene Rückenspritzgeräte oder
  6. motorbetriebene Rückensprühgeräte.

Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach

jeweils sechs Kalenderhalbjahren geprüft werden müssen:

  1. Stationäre und mobile Beizgeräte,
  2. Granulatstreugeräte,
  3. schleppergetragene oder von einer Person geschobene oder gezogene Streichgeräte oder
  4. Bodenentseuchungsgeräte.

Allgemeine Hinweise zum Pflanzenschutz

 

 

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind prinzipiell die Auflagen der Gebrauchsanleitung zu beachten.

 

 

Abstandsauflagen zu Fließgewässern

 

Unbedingt auf die Abstandsauflagen an Gewässern achten! Die NW- und NG- Auflagen können je nach Mittel sehr hoch sein. Deshalb sollte die Gebrauchsanleitung sehr genau durchgelesen werden. Als Beispiel habe ich die NW 701 aufgeführt.

 

NW701

Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 10 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

 

Bei der Auflage NW701 ist zu beachten, dass eine Hangneigung von 2 % etwa der seitlichen Neigung einer Straße entspricht. Das heißt, daß diese Auflage, wenn sie in der Gebrauchsanleitung auftaucht, bei fast allen Gewässern zum Tragen kommt.

 

Dokumentationspflicht

 

Die Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen gehört zur guten fachlichen Praxis und ist somit "Cross Compliance relevant". Sie hat schriftlich oder elektronisch zu erfolgen. Dabei sind der Name des Anwenders , die jeweilige Anwendungsfläche , das Anwendungsdatum , das verwendete Pflanzenschutzmittel , die Aufwandmenge sowie das Anwendungsgebiet aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, das auf das Jahr des Entstehens der Aufzeichnungen folgt, aufzubewahren.

Bei den Aufzeichnungen kann die Anwendungsfläche  auch als Bewirtschaftungseinheit angesehen werden. Beispielweise können identisch behandelte Weizenflächen zusammengefasst werden. Weitere Informationen  finden sie auch in dem unten aufgeführten Link.



 https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmitteln/Aktuelles%20zu%20Pflanzenschutzmittel_DL/Dokumentation%20von%20Pflanzenschutz.xls



 

 
Entsorgungspflicht

 

Pflanzenschutzmittel, die einen Wirkstoff enthalten, der aufgrund eines Rechtsaktes der EG nicht in die EG-weite Positivliste aufgenommen worden ist, müssen nach Ende der Aufbrauchfrist unverzüglich beseitigt werden. Eine gesetzliche Entsorgungspflicht besteht außerdem für Pflanzenschutzmittel, deren Anwendung gemäß der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vollständig verboten ist. Entsorgungspflichtige Pflanzenschutzmittel finden sie mit untenstehendem Link auf der Homepage des BVL unter Widerrufene und ruhende Zulassungen (E = Entsorgungspflicht) sowie unter abgelaufene Pflanzenschutzmittel (Bes.-pflicht = Beseitigunspflicht).

 

 http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html

 

 

 

 

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